Der jüngst erfolgte personelle Wechsel an der Spitze des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus ruft auch in Erinnerung, wie Korruption langfristig den Arbeitsalltag beeinträchtigt. So berichtet etwa das Schweizer Finanzportal „Cash“ im Zusammenhang mit der Stabübergabe von CEO Tom Enders an Guillaume Faury, dass 2018 mehr als 100 Airbus-Mitarbeitern aufgrund von Verstößen gegen die Compliance- und Ethikrichtlinien gekündigt worden sei; weitere 300 Beschäftigte hätten aus diesem Grund eine Abmahnung erhalten. Cash beruft sich dabei auf nicht näher ausgeführte „Insider-Angaben“, denen zufolge es sich in den meisten Fällen um Bestechung, Betrugsvorwürfe oder Verstöße gegen die Regelungen des Exportkontrollrechts gehandelt haben soll.
In der Vergangenheit haben Korruptionsaffären und die Unklarheiten in Bezug auf die Compliance-Politik des Konzerns zu einem erheblichen Reputationsverlust für Airbus geführt. Dies hat auch die Beziehung des Unternehmens zu Investoren negativ beeinflusst. Laut „Cash“ ist Airbus inzwischen rege damit beschäftigt, über Anti-Korruptionsmaßnahmen das geschädigte Unternehmensimage zu verbessern. Als eine Maßnahme hat der Konzern mit Headquarter im niederländischen Leiden ein internes Meldesystem entwickelt, das Verstoße gegen den Verhaltenskodex aufdecken und an die Vorgesetzten vermitteln soll.
Auch aufgrund der vielzähligen Korruptionsvorwürfe und des Drucks der Behörden hatte sich der langjährige Airbus-Chef Tom Enders entschieden, seinen Posten nach sieben Jahren abzugeben. „Meine Aufgabe war, die Compliance zu verstärken und das Unternehmens-Schiff in dieser schwierigen Phase einigermaßen auf Kurs zu halten“, so der Ex-Konzernchef. „Das geht jetzt jedem unserer 130’000 Mitarbeiter unter die Haut.“
Quelle: www.cash.ch
Weiterführende Links: Compliance Schulungen von capitoo